Es ist mal wieder so weit, der 1. Mai steht vor der Tür und Polizei und Presse warnen wie jedes Jahr vor „Chaoten und Krawalltouristen“. SchülerInnen, Auszubildende, Studierende und Arbeitende – wir alle freuen uns, denn wir haben frei. Wir müssen nicht zur Schule oder zur Arbeit, wir können auf dem Maifest rumhängen und uns abends in der Tagesschau Berichte über die mutwillige Sachbeschädigung unseres Kiezes reinziehen. Doch ist das wirklich alles? Grillen, Biertrinken und abends Straßenkämpfe in Kreuzberg?
Nein, der 1. Mai ist mehr. Er ist der internationale Kampftag der Arbeiterklasse und seit 1890 finden am 1. Mai überall auf der Welt große Demonstrationen statt. Damals wie heute gehen die ArbeiterInnen an diesem Tag für ihre Rechte auf die Straße. Sie machen ihre Forderungen publik, stehen auf gegen Krieg, Elend, Armut und für soziale Kämpfe. Sie zeigen sich solidarisch mit allen ArbeiterInnen und führen uns Jahr für Jahr den Widerspruch zwischen Armut der Lohnarbeiter und dem Reichtum der Unternehmer vor Augen.
Auch dieses Jahr werden wir gemeinsam demonstrieren, denn trotz der langen Tradition des 1. Mai sind unsere Arbeits-, Lebens-, und Ausbildungsbedingungen miserabel.
Terminübersicht
Die NPD plant am 01.05. 3 Kundgebungen im Osten der Stadt. Achtet auf Ankündigungen – den Kampftag der Arbeitklasse, lassen wir uns nicht vn den Faschos nehmen!
Sobald wir uns durch die Schulzeit gequält haben, stehen wir vor dem Problem, dass es zu wenig Ausbildungs- und Studienplätze für alle gibt. Wir hängen dann in Wartesemestern fest, halten uns mit Minijobs über Wasser oder müssen uns arbeitslos melden. Wenn wir uns zu den Glücklichen zählen können, die einen Ausbildungsplatz ergattern konnten, gehen die Probleme gleich weiter, da wir nun Teil der großen Ausbeutungsmaschinerie werden, in der uns tagtäglich vor Augen geführt wird, dass nicht der Mensch, sondern nur der mit seiner Arbeitskraft erwirtschaftete Mehrwert im Vordergrund steht. Wir werden schlecht bezahlt, müssen Überstunden machen, gehen zahlreichen ausbildungsfremden Tätigkeiten nach und unsere Ausbildung selbst ist oft einfach schlecht. Doch auch wenn wir diese Probleme überwunden haben, lassen weitere nicht lange auf sich warten. Wir wurden von unserem Betrieb zwar ausgebildet, das heißt aber noch lange nicht, dass dieser uns auch übernimmt. So sind wir also wieder arbeitslos, stecken in unbefristeten Arbeitsverträgen oder verdingen uns zum geringsten Preis als Leiharbeiter.
Auf Grund dieser miesen Perspektiven kann sich die Bundeswehr mit ihrer Werbekampagne „Karriere mit Zukunft“ leicht ins Licht des sicheren Arbeitsplatzgebers rücken. An Schulen und auf Jobmessen wirbt sie bei Jugendlichen für den Soldatenberuf, doch wollen wir eine Zukunft als Bomberpilotin oder Kriegsveteran? Durch die zunehmende Präsenz der Bundeswehr in der Öffentlichkeit sollen Waffen und Krieg als normales Mittel der Konfliktlösung dargestellt und in der Gesellschaft ideologisch verankert werden. Dabei ist die Motivation für Auslandseinsätze nicht etwa die Verteidigung der Menschenrechte, sondern die Sicherung von Rohstoffen, Handelswegen und Absatzmärkten für das deutsche Kapital.
Seit 2006 befindet sich die Weltwirtschaft in einer Krise und in der letzten Zeit heißt es doch wirklich das sie Überwunden sei. Deutschland sei gestärkt aus der Krise hervorgegangen und es gehe wieder Berg auf. Unsere Lebensbedingungen zeigen ein ganz anderes Bild. An sozialen Einrichtungen wird Vorne und Hinten gespart, Arbeitsbedingungen werden immer mehr auf Konzerninteressen zugeschnitten und Kriegseinsätze kehren zurück auf die Tagesordnung. Die Rettungspakete der Bundesregierung sind nur eine Methode um die Krisenlasten auf uns abzuwälzen. Für uns steht fest Kapitalismus heißt Krise!
All diese Probleme vor denen wir stehen, haben eine zentrale Ursache:
Das Profitinteresse, das dem Kapitalismus zu Grunde liegt.
Aus Profitinteresse versuchen die Kapitalisten immer wieder unsere Löhne zu kürzen. Aus Profitinteresse wird Leiharbeit immer mehr ausgeweitet. Aus Profitinteresse wird im sozialen Bereich gespart und lieber in Kriegsmaschinerie investiert. Die Aufzählung könnte noch ewig fortgeführt werden. Dieses Profitinteresse steht unseren Interessen, den Interessen der Arbeiterklasse, in allen Bereichen des Lebens entgegen. Die Probleme und Widersprüche in unserer Gesellschaft haben nur eine nachhaltige Lösung. Die Überwindung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse und der aus ihr entstehenden Ungerechtigkeit.
Deshalb heraus zum revolutionärem 1. Mai!
Wir fordern:
- Studien- und Ausbildungsplätze für alle
- Unbefristete Übernahme nach der Ausbildung
- Verbot der Leiharbeit
- Gleichen Lohn für Gleiche Arbeit
- Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr
27. April 2012